Am 15. Juni machten sich die Lacrosse-Damen der TSG 78 Heidelberg auf nach Köln, um dort bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften anzutreten. Anfang Juni hatten sich die Heidelbergerinnen bei den Playoffs in Hannover unter die vier besten Teams Deutschlands gespielt. Dabei hatten sie vor allem gegen den amtierenden Deutschen Meister aus Hannover geglänzt und hätten den norddeutschen Riesen beinahe besiegt (Endstand von 10:12).

Guten Mutes traten die Damen deshalb gegen den altbekannten Gegner aus der Bundesliga Süd, den HLC Rot-Weiß München, an. Sie kamen aber leider nicht gut ins Spiel: Kleine technische Fehler und vor allem harte Schiedsrichterurteile gegen die Verteidigung sorgten dafür, dass München mit vielen Freischüssen vom Elfmeterkreis schnell in Führung ging. Mit gelben Karten sparten die Schiedsrichter an diesem Wochenende generell nicht und so war es geradezu bezeichnend, dass eine Verteidigerin der TSG noch kurz vor Schluss ein unverdientes Gelbrot kassierte. Die Enttäuschung der Heidelbergerinnen war groß: Nach ihrem guten Auftritt bei den Playoffs gegen Hannover hatten sie sich gegen München ebenfalls mehr Chancen ausgerechnet. Die Münchenerinnen aber konnten sich wie eh und je als starke Turniermannschaft präsentieren, so dass die Heidelbergerinnen zuletzt mit 9:17 den Einzug ins kleine Finale hinnehmen mussten.

Umso engagierter starteten die Damen am Sonntag gegen die Hamburg Warriors im Spiel um Platz drei. Die Heidelbergerinnen waren von ihrem Coach ausführlich auf die aggressive Spielweise der Hamburgerinnen vorbereitet worden. Mit starken Stickskills und sehr guter Kondition machten es die Hamburgerinnen den Damen vom Neckar schwer, bei Spielbeginn am Draw den Ball zu bekommen. Andererseits konnte die TSG die eher schwache Verteidigung der Warriors ebenfalls gut durchdringen. Es wurde eine harte und spannende Torjagd, bei der bis 30 Sekunden vor Schluss kein Sieger abzusehen war. Erneut wurden von den strengen Schiedsrichtern unzählige Gelbe Karten verteilt, was die ohnehin hitzige Partie noch zusätzlich anstachelte. Die Heidelbergerinnen verloren in der Mitte der zweiten Hälfte ihre Kapitänin durch ein erneutes Gelb-Rot, was den Hamburgerinnen einen kleinen Vorsprung einbrachte, den die TSG-Damen bis zuletzt auszugleichen versuchten. Wenige Sekunden vor Schluss gingen die Hamburgerinnen mit 12:11 in Führung. Trotz Aufbringung aller letzten Kräfte konnte die TSG keinen Torabschluss mehr erreichen und musste sich schweren Herzens in dieser ruppigen Partie geschlagen geben.

Das Saisonziel, ihren langjährigen Trainer Christoph Rapp mit einem besonderen Erfolg zu verabschieden, hat die TSG damit leider nicht erreicht. Dennoch können die Damen mit ihrem dritten Platz im Vorjahr und der dritten DM-Teilnahme in Folge auf eine sehr erfolgreiche Zeit mit ihrem liebgewonnenen Coach zurückblicken.
Die Lacrosserinnen verabschieden sich damit in die Sommerpause, in der es vor allem darum geht, die Ausbildung neuer Spielerinnen voranzubringen und sich mit einem neuen Trainer auf eine erfolgreiche Saison 2013/14 einzustimmen.