Drucken

Lacrosse - und wo es herkam…

 

 

indian

 

Lacrosse hat eine lange Tradition. Ursprünglich stammt es von

den Ureinwohnern Nordamerikas und wurde schon lange vor

der Ankunft der Europäer gespielt. Der Beiname „Der kleine Bruder des Krieges“ deutet die Funktion an, die das Lacrosse unter indianischen Stämmen hatte: Oft wurden Streitigkeiten durch das Spiel gelöst, welches sich durchaus über mehrere Tage fortsetzen konnte und über große Distanzen ausgetragen wurde. Den Namen „Lacrosse“ bekam das Spiel durch die französischen Siedler, die den gebogenen Stock mit Netz mit einem Bischofsstab („crosse“) verglichen. Heute gibt es allerdings nur noch wenige indianische Kulturen, die das Spiel in der traditionellen Weise spielen.

 

Damen- und Herrenlacrosse unterscheiden sich vom Regelwerk sehr stark. Die einzige Gemeinsamkeit besteht eigentlich darin, dass Mann/Frau versucht, den Ball im Tor der gegnerischen Mannschaft unterzubringen, wofür ein Schläger mit vorne angebrachtem Netz zur Verfügung steht.

Das Spiel der Damen kommt dabei dem Spiel der Indianer am nächsten - die gebogenen Holzschläger aus Hickory sind auch heute noch häufig anzutreffen. Das Spiel läuft weitgehend ohne Körperkontakt ab und es wird keine Schutzausrüstung getragen. Anstelle des körperbetonten Angriffs können sich die Spielzüge vor allem durch hohe Schnelligkeit und Eleganz auszeichnen. Jede Mannschaft hat 12 Spielerinnen, gespielt wird 2 x 30 Minuten.

 

Das Spiel der Herren wurde stark vom Collegesport in den USA geprägt. Ähnlich dem dort verbreiteten American Football sind Checks auf den ballführenden Spieler und seinen Schläger erlaubt, weshalb Helm und Handschuhe Pflicht sind. In der Regel werden weitere optionale Protektoren wie Ellenbogenguards und Shoulderpads getragen. Jede Mannschaft hat 10 Spieler, die beliebig oft ausgewechselt werden dürfen, gespielt wird 4 x 20 Minuten.

 

In Deutschland gibt es seit 1992/93 Lacrosseteams. Das erste Team wurde in Berlin gebildet, kurze Zeit später folgte München. Seither wächst die Sportart rasant und beinahe jede Studentenstadt hat mittlerweile mindestens eine eigene Mannschaft. Die Geschichte des deutschen Lacrosse ist dabei eng mit der großzügigen Hilfe der amerikanischen und englischen Coaches verbunden. Hierzulande wird Lacrosse häufig erst als Studentensport entdeckt. Daher ist der Sport ideal für alle, die etwas Neues ausprobieren wollen ohne dabei einen strukturellen Nachteil zu haben, weil man seine Karriere erst spät begonnen hat.