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Abteilungschronik – Wie kam die TSG 78 zum Tischtennis?

Die Idee, öfter einmal gemeinsam etwas Tischtennis zu spielen, kam einigen TSG-Hockeyspielern nach einem Turnier in Schweinfurt. Die ersten „Trainingsabende“ begannen im Jahr 1946 in der „Alten Krone“ mit den Sportfreunden Karl-Heinz Korn, Karl Unser, August Weidner, Hans Markmann und anderen. Da das einfache trainieren und üben nicht mehr genügte, suchte man Gegner und fand sie beim Heidelberger Turnverein und gründete mit diesen zusammen 1947 die Tischtennisabteilung der TSG 78, die jetzt auf stolze 55 Jahre ihres Bestehens zurückblicken kann. Vom HTV waren Karl Schropp, Helfried Mersinger, Heinz Obst, Walter Rudhard, Walter Tonollo, Erich Stumpf und Othmar Gräber „herübergekommen“, um zusammen mit den Brüdern Erwin, Walter und Gustav Günthner das Kind aus der Taufe zu heben.

Im Jahre 1948 wurde noch an zwei Trainingsstätten gespielt und zwar Montag und Donnerstag in der „Alten Krone“ und Dienstag und Freitag in der Landhausschule, in der heute noch ausschließlich an drei Abenden trainiert wird.

Bereits 1948 errangen die TSG-ler die Badische Mannschaftsmeisterschaft mit Seib, Mersinger, Grieser, Nückel, Gräber und Tonollo. 1948 waren bereits drei Herrenmannschaften gemeldet. In der Landesliga spielten Mersinger, Grieser, Haberer, Gräer, Stumpf und Tonolo. In der Bezirksklasse waren Seichter, Stephan, Moltz, Rudhardt, Obst und Diehl aufgestellt und in der 3. Mannschaft, die in der Kreisklasse kämpfte waren Seib, Günthner, Bartz, Nachtnebel, Allekotte und Sohns aufgestellt. Natürlich hatten wir auch damals schon eine Damenmannschaft, die mit Achtstätter, Engel, Ernst, David, Meisel und Kossak beachtliche Erfolge erspielten. Liesel Achtstätter war damals 1947 / 1948 Kreismeisterin geworden.

Mit der Marstallhalle als gelegentliches Trainingszentrum und der späteren Übersiedlung in die Turnhalle der Landhausschule war der Schritt zum Großverein gemacht. Jeden Trainingsabend war die Halle überbesetzt, sie platzte aus allen Nähten. In allen Spielklassen, bei allen Turnieren war die TSG 78 vertreten, sie war zum Nabel des Heidelberger Tischtennis geworden.

Walter Rudhart wurde von Hugo Kunze als Abteilungsleiter abgelöst, der umsichtig, ruhig und unauffällig wirkte. Als er dann aus beruflichen Gründen Heidelberg verließ, setzte Heinz Bergk seine Arbeit fort. Das war 1952. Es begann die Ära Bergk. Intensiv wurde nun die Struktur der Abteilung verbessert, das Training intensiviert, Könner unter den Spielern für die Abteilung interessiert. Erst war es der Deutschamerikaner Michael Fiedler, der die Mannschaft mitzog, mit ihr in die Südwest-Oberliga aufstieg und 1958 die südwestdeutsche Mannschaftsmeisterschaft errang und so auch die Teilnahme an der Endrunde der DMM erreichte. Dann kam der spätere Dr. Carlo Schmidt, der 1958 und 1959 Badischer Meister und Deutscher Studentenmeister wurde, der zusammen mit Clemens Knapp, Fritz Haberer, Michael Plankenauer und Rudi Ewald noch viele Jahre für einen guten Namen der TSG 78 im Oberhaus sorgte.

In der gleichen Zeit war auch die Damen-Mannschaft im bundesdeutschen Tischtennis ein Begriff. Mit Inge Bauer, Lilo Bergk, Margot Heidel, A. Katerbauer, Annemarie Funke und Doris Hess war man seit 1956 in der Oberliga und gewann 1958 die Süddeutsche Mannschaftsmeisterschaft gegen Eintracht Frankfurt. Inge Bauer holte in dieser und in der Folgezeit 17-mal den Titel der Kreismeisterin( ab 1980 hörten wir auf mit dem Zählen).

Der zwei Jahre dauernde Umbau der Turnhalle der Landhausschule warf die Abteilung in allen Belangen zurück. Es musste improvisiert werden und das förderte nicht den Zusammenhalt, die Abteilung bröckelte ab, fand aber dank der Vereinstreue der vormaligen Jugendspieler Horst Körkel, Franz Menrath, Helmut Patzer, Dieter Gänsslein und den „alten“ Rudi Ewald und Othmar Gräber wieder zu einem geordneten Mannschaftsbetrieb zusammen.

Zwanzig Jahre lang hielt Heinz Bergk das Steuer der Abteilung in der Hand, gab es 1972 an Helmuth Patzer weiter. Der aber übergab 1973 die Verantwortung an Inge Bauer weiter, die seither bis zum heutigen Tage bemüht ist, die Substanz der Abteilung zu erhalten.

Neue Erfolge und Aufstieg in die Verbandsliga, zusammen mit Sergey v. Tolstoy, folgten in den 60er Jahren. Auch bei den Damen kam der große Aufschwung. Mit Rose Diebold, Inge Bauer, Erika Meier und Gerti Zimmermann wurde im Jahre 1981 um den Aufstieg in die Regionalliga gekämpft und auch geschafft. Durch Zugang von Sabine Hartmann aus Kiel war die Mannschaft so gestärkt, dass sie 1983 sogar den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte.

Nach zwei Jahren 2. Bundesligaerfahrung mussten sich die TSG-lerinnen geschlagen geben und wieder in die Regionalliga absteigen. Aber damit gaben sie sich nicht zufrieden und durch weitere Neuzugänge schafften Rose Diebold, Annegret Gröbel, Silke Weyhersmüller, Sabine Köstel und Katja Böhning im Jahre 1988 erneut den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

 

Mannschaft 2. Bundesliga 1988

Silke Weyersmüller, Sabine Köstel, Rose Diebold und Annegret Gröbel (von links)

 

Auch die zweite Damenmannschaft spielte in den Jahren 1981 bis 1991 in der Spielklasse der Oberliga, allerdings wechselten dort die Spielerinnen sehr häufig, so dass wir nur noch einige namentlich aufführen können. Es waren Kerstin Thomsen, Renate Beutin, Miriam Krieger, Simone Haaf, Gerlinde Haubt, Lampert, Blankenauer und viele mehr.

Die dritte Damenvertretung spielte im gleichen Zeitraum konstant in der Verbandsliga, in den letzten Jahren mit der Besetzung Inge Bauer, Gerlind Haubt, Heidi Dinkel und Siggi Stutzmann. Im Jahre 1991 wurde erstmalig eine vierte Damenmannschaft gegründet mit Annette Weddelmann, Luzia Luberus, Kirsten Petersen und Gerti Scheftschik.

In der Spielsaison 1991 / 1992 folgte der große Einbruch. Der zunehmenden Professionalität und den fehlenden Sponsoren konnte die TSG 78 nicht standhalten und somit verloren wir auf einen Schlag zwei Damen Mannschaften. Dies war für die TSG 78 ein schwerer Schlag und brauchte einige Jahre, bis wir uns wieder gefangen haben. In den darauffolgenden Jahren war die TSG 78 bei den Damen nur noch in der Verbandsliga und Kreisliga vertreten. Bei den Herren war stets eine Mannschaft in der Bezirksebene und eine in der Kreisebene vertreten. Aber trotz diesen großen Einbruchs hat der gute Name der TSG 78 keinen Schaden vermelden können. Die TSG 78 hatte weiterhin ihren guten Ruf und wenn neue Studenten/ innen kamen, war Ihnen die TSG 78 ein Begriff.

In den kommenden Jahren waren die Damen den Herren anzahlmäßig absolut überlegen. Denn in der Spielsaison 1997/1998 konnte die TSG erst- und letztmalig fünf Damen Mannschaften melden. Die Badenliga spielte mit Bauer, v.Grabczewski, Haubt, Dinkel und Bruß. Die Bezirksliga spielte mit Scherff, Sauter, Schlich, Steffens, Karrer. Die Dritte ebenfalls in der Bezirksliga mit Petersen, Rieger, Szipansky, Weddelmann. Die letzten beiden Mannschaften spielten beide in der Kreisliga mit Steinbach, Klimpel, Wieczorrek, Brinlinger, Konrad, Waishar, Schäfers, Madinger, Biebinger, Renz und Groß.

Die Herren waren in dieser Zeit ebenfalls konstant mit zwei Mannschaften vertreten und zeigten Ihre Spielstärke in der Kreisliga mit Dannegger, Kühner, Hafner, Optiz, Zelder, Renz und Martin. Die zweite Herren spielte in der Saison 1997 / 1998 in der Kreisklasse B mit Tsantils, Boguhn, Lauber, Ulzenheimer, Hertel, Nalbach, Reber, Anderlik, Blonski und Hartmann.

In den letzten zwei Jahren starten wir bei den Damen stets mit zwei Mannschaften in den Spielbetrieb. Die erste Mannschaft spielt in der Verbandsklasse mit Ulrike Müller, Annette Kienel, Nina Kolbe und Katrin Scherff. Die zweite Damen spielt in der Bezirksliga mit Inge Bauer, Cornelia Kamp, Christiane Gomer, Annette Bosewitz, Anett Heydenreich, Sandra Tomschin, Kirsten Preller, Gerlinde Schlich und Annette Weddelmann.

In den letzten Jahren haben die Herren die Oberhand und starten in der Saison 2004 / 2005 mit 3 Mannschaften in den Spielbetrieb. Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksklasse mit Wolfgang Staffel, Jörg Scheffel, Oswald Renz, Andreas Müsing, Svend Domdey und Sascha Hafner. Die zweite kämpft in der Kreisliga mit den Sportfreunden Dietmar Steger, Karsten Opitz, Luu van Duc, Matthias Hertel, Alfred Dewald, Stefan Jäger und Gerhard Dannegger. Die dritte Herrenmannschaft startet in der Kreisklasse B mit den Spielern Hans-Peter Boguhn, Karl-Heinz Lauber, Ivo Muha, Gerald Heisig, Dirk Müller, Daniel Blonski und Stefan Hammerschmitt.

Unsere Jugend und unsere Schüler

Kindern und Jugendlichen bieten sich heute eine Unzahl (un-)möglicher Freizeitaktivitäten; Neben Computer, Musikinstrument, "Handy" etc. die ganze Sportpalette mit Fußball, Leichtathletik, "Funsportarten" und vieles mehr. Wie kommt also ein junger Mensch ausgerechnet mit einer solch "uncoolen" Sportart wie TT in Berührung? Na ganz einfach: in der Schule auf einer Platte in der Halle oder einer Steinplatte auf dem Hof. Irgendwie einen Schläger von den Eltern oder dem Freund und dann in der Pause Rundlauf. So fangen wohl die meisten "Tischtenniskarrieren " einmal an. Neben dem Spielen mit großen Bällen ist dies oft der erste Kontakt der Kinder mit einem geschlagenen Ball. Wer Spaß daran hat, ein bisschen Ballgefühl und vielleicht einen Kumpel zum Mitgehen hat, sucht nun einen Tischtennisverein.

Die TT-Abteilung der TSG HD bemüht sich seit nunmehr etwa 15 Jahren um ein kontinuierliches Jugendtraining. Mit Rose Diebold und Kerstin Thomson begann Ende der Achtziger Jahre eine Aufbauphase mit Jugendlichen, aus der zum Teil eine spätere 2.Herrenmannschaft erwuchs. In der Folge übernahm zunächst Simone Haaf, später Karl-Josef Schwärzel und schließlich 1994/95 Inge Bauer das Training. Erstmals jüngere Kinder aus dem Umfeld der Landhausschule und der Weststadt fanden sich nun ein und wurden in lockerer Weise mit der Spieltechnik des Tischtennis vertraut gemacht.

Mit wachsender Anzahl der Schüler wuchs die Idee zur Intensivierung des Trainings und der möglichen Gründung einer Mannschaft. So konnte 1995 unter dem neuen Trainerteam Oswald Renz/Karsten Opitz erstmals eine Schülermannschaft an den Start gehen. Mit richtigem Trikot und "richtigen Gegnern" war das schon viel spannender.

In der Altersklasse Schüler B konnten Daniel Winter, Artan Kroi, Florian Taulien, Axel Mund, Fabio Leonardi und Franz Henkel bereits im 1.Jahr einen 4.Platz erkämpfen. Seitdem stellt die TSG 78 jedes Jahr eine oder zwei Schülermannschaften in den Altersstufen Schüler B, A und Jungen. Ab 1997 gab´s dann auch die Vereinsmeisterschaften, bei denen es jedes Mal spannend, tränenreich und dramatisch zuging. Den Siegern 1997:Gregor Brustein, 1998:Daniel Winter, 1999:Daniel Winter, 2000:Daniel Winter, Tilman Kuen, 2001:Daniel Winter, Kai Bentele, 2002:Tilman Kuen, Moritz Gilbert winkten die beliebten Pokale, es gab Urkunden, Bälle und für alle immer was "zum Trost".

In den letzten 2 Jahren nahmen die TT-Schüler der TSG 78 zudem an der Kreisrangliste teil, bei der sich besonders Tilman Kuen durch das Erreichen der Endrunde hervortat.

Nach anfänglichen Schwankungen hat sich die Zahl der Jugendlichen und Kinder stetig erhöht und ist seit etwa 3 Jahren stabil. So ist die Halle der Landhausschule am Haupttrainingstag (Dienstag, 17.00-19.00) mit 12-16 Schülern meist voll belegt. Leider finden (wie überall) kaum Mädchen den Weg in unsere Abteilung und so blieb es in den letzten sieben Jahren bei nur drei weiblichen Spielerinnen. Neben Inge Bauer und Karsten Opitz konnten im letzten Jahr auch Dirk Müller, Annette Kienel und Karl-Heinz Lauber als Betreuer gewonnen werden, um so das Training effektiver zu gestalten.

Die meisten Kinder sind 9-12 Jahre, wenn sie zu uns kommen. Häufig mit "Kaufhausgurken" ausgerüstet, beginnen die ersten Wochen mit dem Kennenlernen der richtigen Schlägerhaltung und dem Erlernen eines "richtigen" Schlages. Schon hier merken einige, dass Tischtennis wohl doch noch etwas anders ist, wie das "Pingpong" auf den Hofplatten. Neben dem Erlernen der Grundschläge (Kontern, Schupfen, Aufschlag) bereitet unter anderem das Bewegen an der Platte, bzw. richtige Stehen zum Ball am Anfang Schwierigkeiten. Besonders effektiv zeigt sich die Arbeit mit dem Ballroboter, bzw. Balleimer, die eine häufige Schlagwiederholung und somit größere Sicherheit in den Grundschlägen erzielt.

Diese Übung ist sehr beliebt und man kann mal 150 Bälle hintereinander schlagen, ohne ständig den Ball holen zu müssen. Nach einer Anfangsphase können nun die wichtigsten Anforderungen des Tischtennis (Reaktionsschnelligkeit, Koordination, Beweglichkeit, Schlagkraft) gezielt gefördert werden. Staffellauf mit Ball und Schläger (laufen auf einem Bein, Ball tippen, rückwärts, etc.) ist spaßig und zeigt besonders gut das Ball- und Körpergefühl der jungen Sportler.

Nun ist es auch möglich und ratsam, die alte "Kelle" gegen einen richtigen Schläger einzutauschen. Durch eine dickere Schwamm- und Belagschicht reduziert man die Bewegungen und lässt das Material "für sich arbeiten". Ein guter Jugendschläger sollte natürlich trotzdem nicht zu schnell sein, da sich so auch die eigene Kontrolle über den Schläger verringert. Mit der Erweiterung der Technik (Topspin, Schuss und Block) können nun Beinarbeit und Systemtraining mit unregelmäßigen Übungen und Schlagfolgen eingeführt werden.

Wie eingangs erwähnt, ist der Tischtennissport eine „uncoole“ Sportart und gerade deswegen freut es uns, dass unsere Jüngsten so viele Erfolge haben, aber vor allem, dass sie soviel Spaß dabei haben und wir werden dies weiterhin, soweit es in unserem Rahmen steht, fortführen und mit vollem Engagement unterstützen.

Abteilungszukunft

Unser derzeitiger Mitgliederstand ist stabil und beträgt ca. 60 Mitglieder. Diese Tischtennismitglieder verteilen sich auf ca. 20 Kinder und Jugendliche, ca. 30 aktive Erwachsene und ca. 10 Passive.

Wie wir alle wissen, ist es in der heutigen Gesellschaft sehr schwierig einen Verein oder eine Abteilung zu halten bzw. zu vergrößern. Das Berufsleben verlangt von jedem schon so viel Einsatz und Zeit, dass da nur sehr wenig für den Mannschaftssport übrig bleibt.

Da wir bisher alle Höhen und Tiefen überstanden haben, sehen wir auch weiterhin optimistisch in die Zukunft und unser Ziel ist es weiterhin zwei Damenmannschaften und drei Herrenmannschaften im Spielbetrieb zu halten. Bei den Schülern und der Jugend kann man kaum eine langfristige Prognose abgeben. Wir wollen den Status des einzigen Heidelberger Tischtennisvereines mit Jugend auf jeden Fall behalten und wenn möglich sogar ausbauen, soweit dies unsere Hallenkapazitäten erlauben.

Mit unseren Neuzugängen, die eine absolute Verstärkung der Herren- und der Damenmannschaften sind, sehen wir nun wieder einem Aufstiegsjahr entgegen und würden uns freuen, endlich mal wieder eine Aufstiegsfete zu feiern.

Zum Schluss möchte ich mich noch recht herzlich bei allen denen bedanken, die mir bei diesem Artikel mit Informationen, kompletten Textpassagen oder in sonstiger Weise geholfen bzw. unterstützt haben.

(Annette Weddelmann)