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Brüder-Grimm-Lauf: Team und Tobias auf Eins

Alle Jahre wieder laden Frau Holle, Dornröschen und Rotkäppchen ein halbes Tausend Laufverrückte ins Main-Kinzigtal, die Heimat der Brüder Grimm. Von Hanau nach Steinau führt die Strecke, 81,3 km insgesamt, und dafür hat man 5 Etappen, aber nur 3 Tage lang Zeit. Eine ebenso strapaziöse wie märchenhaft schöne Veranstaltung, die seit 2014 fest im Laufkalender der TSG-Langdapper vermerkt ist.
Das größte Kompliment gab es vom Streckensprecher Jochen Heringhaus am Ende der 1. Etappe: Den Heidelbergern, meinte er, sei der Mannschaftstitel auch in diesem Jahr nicht zu nehmen – da hatten gerade einmal zwanzig Läufer das Ziel erreicht. Tatsächlich war die TSG als Titelverteidiger angereist und erwies diesem Ruf alle Ehre. Wie schon 2014 und 2015 stand das Team am Ende ganz oben auf dem Treppchen, mit sage und schreibe 27 Minuten Vorsprung. So allmählich kommen wir uns wie der böse Wolf vor, der die anderen Teams ratzeputz vernascht …
Damit nicht genug, stellte die TSG 2016 auch den Einzelsieger: Tobias Balthesen rockt den Brüder-Grimm-Lauf! Vier von fünf Etappen sahen ihn ganz vorne, nur auf dem bergigen Frau-Holle-Abschnitt am Sonntagmorgen ließ er dem Vorjahressieger ein paar Sekunden Vortritt. Sein Rezept: gleich am ersten Tag Vorsprung herauslaufen und dann mit den Konkurrenten mitgehen. Nach 5:02:56 h hatte er den Gesamtsieg in der Tasche.
Sieben Minuten dahinter belegte Marcus Imbsweiler Platz 5 und wurde Zweiter in der M 40. Martin Rütze schaffte trotz Hochkönig-Vorbelastung den Sprung unter die Top Ten und belegte in der M 30 Platz 6 (5:20:27); „Tier“, „Österreicher“ bzw. „Bergfex“ lauten seine neuen Spitznamen. Den vielleicht unerwartetsten Podiumsplatz schaffte Jens Müller, der sich von Etappe zu Etappe steigerte, als Sechster der M 40 (5:42:11). Beim BGL werden nämlich die schnellsten sechs geehrt, bei gleichzeitiger Wertung in Zehnerschritten. Schade, dass zwei andere TSGler, die ebenfalls prima im Rennen lagen, nach Etappe 3 die Segel strichen. Nicht jedes Märchen geht gut aus …

Oliver und Leon in Sandhausen erfolgreich

Und gleich die nächsten Topleistungen: Oliver Maier gewinnt den Sandhäuser Dünenlauf! In 35:23 min ließ unser M 40er nicht nur die gesamte Konkurrenz hinter sich, sondern konnte auch ideale Werbung für seine neue Laufschule machen. Fast hätte es ihm Nachwuchstalent Leon Zeiger im Rennen über 5 km, dem Brunnenlauf, nachgemacht, doch fehlten ihm nach 17:59 gerade mal neun Sekunden zum Sieg.
Ebenfalls über 10 km am Start: Peter Noll und Andreas Engelhart, die in 40:51 und 41:22 die Plätze 2 und 5 in der M 45 belegten. Einen weiteren Podiumsplatz gab es durch Wolfgang Wagner in der M 70 (2., 53:20).
Nicht nur in Sandhausen, auch in Mosbach wurden die klassischen 10 km absolviert, und zwar als Kombination aus Stadtlauf und deutschen Hochschulmeisterschaften, weshalb einige TSG-Akteure für die Uni Heidelberg am Start waren. Ein Ausrufezeichen gelang Philipp Weng mit Rang 7 gesamt und einer Nettozeit von exakt 34 Minuten – nächstes Mal ist eine 33er Zeit fällig. 33 Sekunden dahinter konnte sich Tobias Balthesen, noch etwas müde vom Brüder-Grimm-Lauf, platzieren. Sehr erfolgreich waren wieder einmal unsere Damen: Sophia Möllinger in hervorragenden 41:24 min netto – damit stürmte sie auf Gesamtplatz 5 bei den Frauen. Und nur zwei Plätze dahinter: Beatrice Latz, die 43:17 benötigte.

Wolfgang mischt die M 70 auf

Bei den aktuellen Teamerfolgen geht bisweilen unter, dass wir auch im älteren Seniorenbereich tolle Leistungen zu bieten haben. So startet Wolfgang Wagner, Jahrgang 1945, nach längerer Verletzungsunterbrechung momentan wieder voll durch. Schon beim Halbmarathon in Mannheim verpasste er eine Zeit unter zwei Stunden nur knapp und wurde Dritter in der M 70 (2:00:22 h). Nächste Stationen waren die Zehner in Lampertheim (54:05 min) und Sandhausen (siehe voriger Bericht) mit weiteren Treppchenplätzen in seiner AK, bevor es nach Hamburg ging. Dort, beim Halbmarathon mit über 10.000 Teilnehmern, finishte Wolfgang in 1:55:58 h als Zweiter der M 70. Und das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, wie er meint: „Die Platzierungen sind wieder in Ordnung, die Zeiten noch steigerungsfähig.“


Gute Nachrichten auch aus Eberbach, wo Philipp Weng, Erik Drollinger und Beatrice Latz beim Frühlingslauf über 10 km in die Top Ten vordrangen. Erik (38:01 min) wurde als Gesamtsechster Zweiter der M 40 (Zehnerwertung), Bea war vierte Frau gesamt und verbesserte ihre Bestzeit auf nun 42:55 min. Ganz vorne aber zog Philipp unbehelligt seine Kreise – Gesamtsieg in 34:49 min! Wie die Eberbacher allerdings auf die Teambezeichnung TSG 78 Handschuhsheim kommen, bleibt ihr Geheimnis …