Drucken

Nachdem sich in den vergangenen Jahren bei den Langstrecklern ein leichter Trend Richtung Halle abgezeichnet hatte, kann man 2017 fast von einem Boom sprechen. Das liegt mit Sicherheit auch an unserem Trainer Georg, der als ausgewiesener Hallenfreund gilt. So verordnete er Abdoulie Manneh, unserem schnellen Mann aus Gambia, ein 800m-Rennen in Ludwigshafen, das dieser in 2:09,56min beendete. An selber Stelle traten Philipp Weng und Marcus Imbsweiler über die 3000m an und lieferten in 9:18,18 und 9:29,94min ordentliche Ergebnisse ab.
Zuvor hatte sich Marcus an den 1500m erprobt, und zwar gleich zwei Mal. Nach einem gelungenen Einstand in Saarbrücken mit 4:26,78min kam er in Mannheim trotz Schrittmacherdienste der Kollegen nicht über die 4:30 hinaus. Allerdings war das Rennen bei der MTG eines der chaotischsten seit langem, mit Fehlstart, mehreren Startabbrüchen, Ausfall der Zeitnahme und ohne Schlussrundenansage. Philipp gewann den Lauf in starken 4:21,39min, Abdoulie und Tobias bekamen leider keine reellen Zeiten zugewiesen. Umso erwähnenswerter der Auftritt von Leon Zeiger, der sich als noch 15-Jähriger auf 4:39,01min steigerte. Die Quali für die badischen Meisterschaften U18 hatte er sich bereits in Saarbrücken gesichert (4:46,89).
Beim (vorläufigen) Höhepunkt der Hallensaison, den Baden-Württembergischen Seniorenmeisterschaften, zeigten sich die Mannheimer dann besser gerüstet. Und prompt lief es für die TSG 78 wie am Schnürchen. Zunächst holte sich Marcus als Neu-M50er den Titel auf der ungewohnten 800m-Strecke (2:14,87min), dann setzte Florian Kienle in der M40 noch einen drauf. Seine 2:10,40min bedeuteten nicht nur Rang 1 nach hartem Fight bis zur Ziellinie, sondern auch die souveräne Quali für die deutschen Seniorenmeisterschaften in Erfurt. Auf Platz 3 sparte Tobias Balthesen (2:17,87) Kräfte für den Abend.
Denn da standen die 3000m auf dem Programm, und auch hier ging kein TSGler ohne Medaille nach Hause. Den Anfang machte Tobias, der in einem taktisch geprägten Rennen M40-Gold holte (9:46,57min) – knapp vor seinem Teamkollegen Oliver Maier. Olli knackte in 9:48,90min seine persönliche Bestzeit, schrammte aber um wenige Sekunden an der DM-Quali vorbei. Dafür leistete Erik Drollinger in der M50 Maßarbeit: 10:24,56min für die 15 Hallenrunden, Qualizeit abgehakt, Bronzemedaille ergattert. Dass es nicht Silber wurde, lag an Marcus, der sich im selben Rennen seinen zweiten BaWü-Titel sicherte (9:46,36).
Nach der Devise „kein TSGler ohne Medaille“ verfuhren übrigens auch unsere beiden anderen Starter bei den Seniorenmeisterschaften, Helmut Diehm und Jürgen „Robbo“ Hofstätter. Während sich Helmut nach übersprungenen 1,14m im Hochsprung der M75 mit Bronze begnügte, ließ er es mit dem Stab so richtig krachen: 2,20m schaffte an diesem Tag außer ihm kein Konkurrent – das war der Titel. Bleibt noch unser Viertelmeiler Robbo, der die zwei Hallenrunden in 60,32s zurücklegte. Nur vier Starter überhaupt waren an diesem Tag schneller; in der M 55 reichte es zur Silbermedaille.


Erfolgreiche 3000m-Läufer bei den Baden-Württembergischen Senioren-Hallenmeisterschaften in Mannheim:

oben, v.l.n.r.: Erik Drollinger, Marcus Imbsweiler, Oliver Maier und Tobias Balthesen, unten: Trainer Georg Kopf