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Erst Erfurt, dann Bautzen, jetzt Zittau (02.07.2017): Der wilde Osten ist in diesem Jahr ein gutes, weil medaillenreiches Pflaster. DM-Medaillen, wohlgemerkt! Florian Kienle (M 40) und Marcus Imbsweiler (M 50) nahmen den weiten Weg nach Zittau auf sich, ins Dreiländereck D-PL-CZ, wo zum wiederholten Male die deutschen Seniorenmeisterschaften stattfanden. 600 km einfache Strecke für 800m Wettkampf, so die Rechnung im Fall Florians, der 2017 seine Bestzeit über die zwei Stadionrunden (bzw. vier in der Halle) schon mehrfach verbessern konnte. In Zittau gelang ihm dies erneut, es musste auch sein, denn das Rennen war deutlich schneller als alle vorherigen. Auf der zweiten Runde schon fast abgehängt, saugte er sich auf der Zielgerade noch einmal an die beiden Führenden heran und ersprintete sich hauchdünn Silber in 2:04,94 min., mit jeweils einer halben Sekunde Abstand zu Platz 1 und 3. Einfach sensationell für einen 42-Jährigen, der im Januar sein erstes 800m-Rennen lief!

Marcus Imbsweiler dagegen hat in seiner Karriere schon etwas mehr Wettbewerbserfahrung gesammelt, v.a. über 5000m. In Zittau trat er allerdings zunächst über die 1500m an – böse Zungen behaupten: um sich warmzulaufen. Durch die Spikeskontrolle kam Marcus unbeschadet, trug er doch als einziger im gesamten Feld keine. Dank seines patentierten Langdapper-Schleichschritts arbeitete er sich zur Hälfte des Rennens bis auf Platz 3 vor, musste diesen aber auf der Zielgerade (ebenfalls dank Schleichschritt) noch an die spurtstarke Konkurrenz abtreten. Platz 4 also und eine mehr als ordentliche Zeit: 4:25,06 min.

Für seine Paradestrecke 5000m am nächsten Tag hatte sich der 50-Jährige dann aber doch etwas mehr vorgenommen. Nach verbummeltem Beginn fand er sich schon ausgangs Runde zwei an der Spitze des Felds wieder. In seinem Nacken: Hardy Flum von der LG Hohenfels, der ihm in Bautzen auf dem letzten Kilometer die Goldmedaille weggeschnappt hatte. Da gab es nur eins: Zermürbungstaktik. Marcus also konstant von der Spitze weg, Hardy immer 10-20 Meter dahinter, und als Marcus schon fürchtete, der eigenen Taktik zum Opfer zu fallen, ließ sein Konkurrent endlich locker. Auf den letzten beiden Runden, aber auch erst dann, war es ein Schaulaufen. Während um Platz 2 gesprintet wurde, überquerte Marcus nach 16:34,34 min. als Sieger die Ziellinie.