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Michael Chalupsky hat derzeit einen Lauf. Dabei steht sein Saisonhöhepunkt erst noch an: der Frankfurt-Marathon Ende Oktober. Auf dem Weg dorthin siegte Michael zunächst beim ebm Papst-Marathon in Niedernhall (Hohenlohe, 10.09.2017) über die Halbmarathonstrecke. Nach 1:13:49 h (netto) war er hier im Ziel – gut dreieinhalb Minuten vor dem Zweitplatzierten. Ähnlich überlegen sein Auftritt zwei Wochen später beim Sparkassen-Marathon in Heidelberg (24.09.2017). Trotz Fehlleitung im Neuenheimer Feld bewältigte er die 21,1 km noch einmal etwas schneller: In 1:12:42 h lag er deutlich vor Patrick Meyer aus der TSG-Trainingsgruppe und dem früheren SAS-Halbmarathonsieger Mathias Pfähler. Besonders pikant wird Michaels Sieg durch die Tatsache, dass er zwar Bankangestellter ist, allerdings nicht bei der Sparkasse …

Beim Heidelberger Sparkassen-Marathon machten noch weitere TSGler vom Gaststartrecht Gebrauch, und das ebenfalls sehr erfolgreich. Über 10 km mussten sich Tobias Balthesen, der bis km 9 Schrittmacherdienste für Michael leistete, und Philipp Weng nur dem Gesamtsieger Raphael Arnold beugen. Für Tobias wurden 33:53 min. notiert, für Philipp 34:13. Auf Gesamtplatz 6 lief Hicham Zerrik (37:42) ein, nach 51:59 min. war Herbert Pfeiffer im Ziel. Eine weitere vordere HM-Platzierung gab es durch Piotr Kucharczyk (1:26:51 h). Und über Marathon gelang Oliver Maier sogar ein Top-Ten-Ergebnis. Als Sechster gesamt brauchte er 2:56:43 h für die 42,2 km – persönliche Bestzeit. Die Zeitspanne, die Olli anschließend bei den Sanis verbrachte, war übrigens unwesentlich kürzer; so ist das manchmal, wenn man alles gegeben hat.

Alles geben, so lautet auch das Motto unserer Ultras, die in diesem Jahr ja schon Spektakuläres geleistet haben. Erinnert sei nur an den 241 km-Hammer von Maic Seegel beim 24 h-Lauf in Basel. Im nahe gelegenen Brugg (23.09.2017) hätte er diese Leistung gern noch getoppt und war nach Hälfte des Rennens, nach 12 Stunden also, auch auf bestem Weg. 125 km hatte er da schon gesammelt und lag deutlich in Führung. Kurz danach aber, gegen ein Uhr in der Nacht, musste Maic verletzungsbedingt aufgeben.

Bis ins Ziel schaffte es Erik Drollinger zwar, aber so recht genießen konnte er seinen zweiten Ultralauf dieses Jahres nicht. Beim Saxoprint Pfalztrail im Leiningerland  (16.09.2017) ging Erik über die Langstrecke an den Start: 85,6 km, gespickt mit 2440 Höhenmetern. Konnte er beim deutlich anspruchsvolleren Eiger Ultra mit zunehmender Streckenlänge immer mehr Energie freisetzen, ging es diesmal andersrum: Die letzten 60 km waren eine Qual … Nach 8:50 h standen für Erik immerhin ein 7. Gesamtplatz und der Sieg in der M 50 zu Buche.

Fehlt noch unser dritter Langstreckenspezialist, Bernhard Pfeifer. Und der stellte sich im fernen Griechenland zum dritten Mal nacheinander einer der größten Herausforderungen der europäischen Laufszene: dem Spartathlon, der über 246 km von Athen nach Sparta führt (30.09.2017). Über fast sechs Marathons also, ohne Pause. Bei seinem ersten Versuch 2015 scheiterte Bernhard noch, schwor sich aber wiederzukommen und finishte ein Jahr später in 29:16 h. Vom diesjährigen Rennen fehlen noch die Detailinformationen; fest steht, dass es Bernhard wieder geschafft hat, und zwar in 30:27 h als 51. gesamt und fünftbester Deutscher. Herzlichen Glückwunsch!

Auf der Halbmarathonstrecke kann derzeit keiner Michael das Wasser reichen – höchstens Bier, wie die Siegerehrung in Niedernhall beweist.