„Brüder-Grimm-Lauf“: Hinter diesem märchenhaften Titel verbirgt sich eine recht profane Herausforderung, nämlich die Bewältigung von 80 Kilometern an einem Wochenende. Gemütlich geht es am Freitagabend mit einer Etappe über 15 km los, auch die 14 km am Samstagmorgen schrecken kaum. Allerdings ruft noch am selben Nachmittag Etappe 3 (16 km), und weil es schön war, darf man auch am Sonntag zwei Mal ran, 17 km morgens, 18 nachmittags. Gestartet wird in Hanau, dem Geburtsort von Jakob und Wilhelm Grimm, das Ziel ist in Steinau, wo die beiden aufwuchsen. Der BGL ist der einzige Mehretappenlauf in Deutschlands Südhälfte und entsprechend beliebt.
Bei der 30. Austragung entschlossen sich gleich drei TSGler zur Teilnahme – mit klarer Zielvorgabe: Mannschaftssieg. Das gelang denn auch in eindrucksvoller Manier. Tobias Balthesen, Martin Rütze und Marcus Imbsweiler hatten am Ende über 25 Minuten Vorsprung vor der Konkurrenz. Zudem gab es die Gesamtplätze 21, 7 und 4 sowie den AK-Sieg in der M 40 für Marcus. Das ist umso bemerkenswerter, als keiner der Drei BGL-Erfahrung aufweisen konnte. Nachdrücklich in Erinnerung bleiben ein tolles Drei-Tage-Erlebnis mit hervorragender Organisation, Blutblasen, Massagen, einem Bad im Steinauer Märchenbrunnen, hessischem Gebabbel und schmerzenden Oberschenkel. Vor allem aber: eine Hitze, wie es sie beim BGL lange nicht gegeben hatte. Vom „kühlen“ Beginn bei 31 Grad im Schatten bis zur Abschlussetappe im sonnendurchglühten Kinzigtal, kilometerlang über freies Feld …
Vom Chaos beim diesjährigen Mannheim-Marathon blieben die TSG-Starter zum Glück unberührt. Bei sommerlichen Temperaturen wurden sogar persönliche Bestleistungen erzielt. Zwar scheiterte Jens Müller knapp an der 90-Minuten-Marke, war aber in 1:30:58 so schnell wie nie über die Halbmarathon-Distanz. Damit lag er auf Platz 32 in der M 40. Noch knapper machte es Andreas Engelhart, der ebenfalls eine neue Bestleistung aufstellte und eine Zeit unter 100 Minuten nur hauchdünn verfehlte: Seine 1:40:03 bedeuteten Rang 67 in der M 45. Einen Marathonstarter hatten wir auch: Bernhard Pirch-Rieseberg, sonst am Berg unterwegs, finishte die flachen 42,2 km in 3:16:54 und kam damit in der M 45 auf Platz 8.
Dünenlauf in Sandhausen: Hier treten immer etliche TSGler an und das gewöhnlich auch sehr erfolgreich. Wie Manfred Mehler, der beim Brunnenlauf über 5 km in der M 70 wieder einmal eine Klasse für sich war: Sieg in 22:57min, drei Sekunden vor einem Duo von 60 (!) Jahre jüngeren Teilnehmern. Apropos jung: Die 12-jährige Anna von Lilienfeld holte sich den zweiten Platz in der weiblichen Jugend (27:09). Einen weiteren Podiumsplatz, und zwar als Dritter in der M 30, gab es durch Jan Schäfer (18:42), der damit auf Gesamtplatz 6 einlief.
Noch etwas besser machte es Oliver Maier im 10-km-Dünenlauf: Nach einer fulminanten Aufholjagd konnte er sich in 37:32min Gesamtplatz 4 sowie den Sieg in der M 40 sichern. Gemütlicher angehen ließ es seine Freundin Julia Reinfrank (61:12min), wurde in der W 35 aber Vierte.
Beim erstmals ausgetragenen Abendsportfest der TSG Rohrbach waren nicht nur zahlreiche Jugendliche am Start, sondern auch ein paar Langdapper. Genauer gesagt stellten sie vier der vier Teilnehmer beim abschließenden Lauf über 3000m – zu vermelden ist also ein Vierfachsieg. Es gab ein paar Absprachen, aber ab km 1 lief jeder sein eigenes Rennen, das Marcus Imbsweiler als Schnellster in 9:36,90min beendete. Dahinter finishte Oliver Maier, bei dem spektakuläre Aufholjagden allmählich zur Regel werden, in 10:14,15. Martin Rütze schlug sich etwas unter Wert (10:28,47), bevor Stefan Knopf die Sache in 12:28,70 abrundete.
Nach seinem 90-Minuten-Halbmarathon in Mannheim testete Jens Müller über die gleiche Strecke in Wilhelmsfeld, dort allerdings mit erheblich mehr Höhenmetern und bei Hitze. Nach 1:36:32 belegte er Gesamtplatz 6 und siegte souverän in seiner Altersklasse M 40 – Premiere. Trainingskollege Marcus Imbsweiler war derweil in der Pfalz unterwegs. Beim Queichtallauf in Zeiskam kam er als Gesamtzweiter (und Sieger in der M 45) ins Ziel: 35:24min sind allerdings noch nicht der wahre Jakob.