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Berge sind relativ. Niemand würde zum Beispiel auf den Gedanken kommen, den Martinslauf im pfälzischen St. Martin als Berglauf zu bezeichnen. Eine einzige fiese Steigung gibt es unterwegs, mit vielleicht 20 Höhenmetern auf 200 Metern. Weil die aber sechs Mal bewältigt werden muss, kommt man eben doch auf über 100 Höhenmeter gesamt – bei einer Gesamtstreckenlänge von gut 7 km. Und so verwundert es nicht, dass TSG-Vertreter Marcus Imbsweiler in 25:22min nur einem ausgewiesenen Bergspezialisten den Vortritt lassen musste.
Auch der Neckargemünder Berglauf ist eigentlich keiner – zumindest nicht in den Augen der Alpinisten unter den Läufern. Die 450 Höhenmeter rauf auf den Königstuhl verteilen sich immerhin auf 11,8 km Gesamtstrecke. Sogar Bergabpassagen gibt es! Und doch haben hier Läufer wie Michael Harsch, die regelmäßig an Himmelsleiter & Co. trainieren, eindeutig Vorteile. Als Gesamtfünfter in 47:04min siegte Michael in der M 40 klar – trotz Zehnerwertung.
Der Dossenheimer Berglauf dagegen trägt seinen Namen zurecht. 350 Höhenmeter hoch zum Weißen Stein, und das auf fast direktem Weg: Gerade mal 5,4 km ist die Strecke lang. Wenn man den einen flachen Kilometer kurz vorm Ziel abzieht, bleibt für den Rest eine Steigung von durchschnittlich 8 %. Und hier bewiesen unsere Langdapper ungeahnte Bergziegenqualitäten. Unsere Flachlandspezialisten aus der Norddeutschen Tiefebene Martin Rütze (24:31min), Roland Rohde (25:15) und Jan Schäfer (25:33) setzten sich auf den Gesamtplätzen 6, 10 und 13 als Team durch – eine Altersklassenwertung gibt es in Dossenheim nicht. Dafür erfolgt die Mannschaftswertung geschlechterübergreifend; mit dem Ergebnis, dass auch das TSG-Team 2 den Sprung aufs Podium schaffte: Bronze für Giacomo Grandesso (26:35, Platz 20), Laura Geiger und Andreas Engelhart (29:48, Platz 42). Und wie schon in Ebingen gelang Laura (29:14) die beste Einzelplatzierung: Gesamtzweite der Frauen, 18 Sekunden hinter der Siegerin. Wenn das mal nicht der Gipfel ist!