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Wir befinden uns im Jahre 2015 n. Chr. Ganz Deutschland wird von einer Schnee- und Regenfront überrollt... Ganz Deutschland? Nein! Eine kleine Gruppe unbeugsamer Sportler hört nicht auf, dem Winter Widerstand zu leisten. Und das Leben ist nicht leicht für die frostigen Winde, die als Besatzung in den befestigten Städten Heidelberg, Eppelheim, Schriesheim und Reilingen umherwehen...
Denn auf der Suche nach dem Frühling machen sich schon bald zwölf Gefährten auf ans Mittelmeer. Auf ihrer Reise ist ihnen kein Berg zu hoch, kein Meer zu tief, kein Weg zu lang. So erreichen sie schließlich voller Erwartung die adriatische See und kommen zu einem ersten Meeting zusammen. Hier also sollen sie die so sehnlich vermisste Sonne finden.
Zunächst auch scheint unseren Helden alles genau so, wie sie es sich immer erträumt haben: Tosende Wellen brechen sich am weißen Strand, unzählige Vögel lassen von früh bis spät ihren munteren Gesang hören, allerlei Köstlichkeiten aus Neptuns Reich laden zum Mahl ein und auch der hellste Stern des Himmels zeigt sein sonnigstes Gemüt.
Aber das Leben in Italien ist nun einmal kein Morgen am Beachvolleyballfeld, kein Vormittag am lauwarmen Pool, kein Nachmittag im oft erschreckend nassen Meer und schon gar kein Abend in der Sauna – zumindest nicht nachts. Dann nämlich erwachen die Werwölfe: Alle Werwölfe. Wenn sie sich zum Abendmahl versammeln, gibt es frittierte Meerestiere, Rückenmark vom Fisch und herzhaftes Zitronensorbet. Oft dauert das Gelage bis tief in die Nacht. So lange, dass manche nicht einmal mehr wissen, wer sie sind. Cristoforo Colombo, Antoni Gaudí, Paris Hilton oder doch Kung-Fu-Panda (der übrigens Po heißt)? Eigentlich spielt das ja auch keine Rolle, solange alle am nächsten Morgen wieder pünktlich zum Frühstück erscheinen...
Doch noch bevor der neunte Tag anbricht, müssen die Zwölf wieder die Heimreise antreten, gestärkt und beglückt durch das gemeinsam Erlebte und Gegessene und mit dem blühenden Frühling im Kofferraum.
Das war es also, unser Trainingslager? Nein! Natürlich sind diese alljährlich wiederkehrenden Glücksmomente nicht alles, was uns in Erinnerung bleiben wird. Manchmal haben wir auch Sport getrieben. So lieferten sich Alex und Philo einen erbitterten Kampf gegen die Eis so schnell zum Schmelzen bringende Sonne, Clara unterlag mehrfach der erbarmungslos fortschreitenden Uhr, Louisa kämpfte heldenhaft gegen ihre Erkältung und beim täglichen Spielen im Sand entwickelten alle ungeahnte Fähigkeiten. Dank weiser Ratschläge von Chris und Robbo behielten wir trotz körperlicher Schwächen den Kopf frei für hochgeistige Erörterungen.
Ob auch die entspannenden Läufe, Sprünge und Würfe zwischen Wald, Park und Stadion ihren Zweck hatten, muss sich in den anstehenden Wettkämpfen zeigen. Falls nicht, könnte man diese im nächsten Trainingslager ja einmal versuchsweise einsparen.